Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung
www.kkv-bund.de
Ortsgemeinschaft Monheim am Rhein

Gesprächskreis "Christen treffen Muslime"





Nächstes Treffen

Dienstag, 26.09.2017 oder Donnerstag 28.09.2017
Fahrt nach Köln zur großen Moschee



Pressemitteilung des Zentralkommitees deutscher Katholiken:
"Zusammenarbeit von Christen und Muslimen in gesellschaftlichen Fragen verstärken"


Bisherige Aktivitäten des KKV-Gesprächskreis "Christen treffen Muslime"

04.07.17__Gespräch: Ditib-Gemeinde stellt erste Pläne für Neubau der Moschee vor

07.03.17__Gespräch: „Welche Funktionen haben religiöse Zentren wie Kirchen oder Moscheen? rp-online / wz

09.11.16__Gespräch: "Bedeutung des Weihnachtsfestes in der christlichen Religion zw. im muslimischen Glauben"

31.08.16__Gespräch: "Was ich schon immer über den Islam bzw. das Christentum wissen wollte

20.06.16__Pressemitteilung: "Keine Gewalt im Namen Gottes"

02.03.16__Gespräch: "Würde des Menschen"

04.11.15
__Gespräch: "Flüchtlingshilfe - Welche Verantwortung haben wir als Christen und Muslime"

19.08.15__Gespräch: „Notfallseelsorge – wie wird sie in Monheim von den jeweiligen Kirchen bzw. Glaubensgemeinschaften praktiziert?“.

05.04.15__Gespräch: "Frieden"

20.01.15__Gespräch: "Frieden"

06.01.15__KKV-Stellungnahme zu "Pegida": "Nicht politischen Rattenfängern nachlaufen"

23.09.15__Gespräch: „Christentum – welche unterschiedlichen Kirchen und Sekten gibt es?“

03.06.14__Gespräch: „Islam – welche unterschiedlichen Ausprägungen gibt es?“

30.01.14__Gespräch: "Heilige und Märtyrer" - Welche Rolle spielen sie bei Christen und Muslime

30.10.13__Gespräch:
"Warum lässt Gott das zu?"

02.07.13__Gespräch: "Was ist Sünde? Wie kann Sünde vergeben werden?"

16.04.13__Gespräch: "Das Jesusbild in Bibel und Koran"

08.01.13__Gespräch: "Formen des Gottesdienstes"

25.09.12 __Gespräch: "Bilder" im Islam und Christentum


17.01.12__Gespräch: Spielräume in der Auslegung von Koran und Bibel

10.05.11__Gespräch: "Wann beginnt Leben" PID und Schwangerschaft im Islam und Christentum

01.02.11__Gespräch über Religionsunterricht: "Die Freiheit zu glauben, das Recht zu wissen"

05.10.10__Gespräch über das Thema "Entstehung der Bibel und des Koran"

14.06.10__Gespräch über das Thema "Nächstenliebe im Christentum und Islam"

19.08.09__ KKV Monheim erhält Integrationspreis der Stadt

23.05.09__Gespräch über das Thema "Jenseitsvorstellungen im Islam und Christentum"

19.09.08__KKVer zu Gast beim Fastenbrechen

21.11.08__Gespräch über das Thema "Paradiesgeschichte"

18.04.08__Das Gottesbild im Christentum und im Islam (Osman Gazi Moscee)

23.11.07__Gegenbesuch der Monheimer Muslime in St. Johannes

11.07.07__ Beteiligung am Integrationsprojekt der Stadt "Zukunft gemeinsam gestalten"

13.06.07__ Besuch der Monheimer Moschee durch den KKV

14.01.07__Tag der offenen Tür in der Monheimer Moschee

20.03.06__Gegenbesuch der Hildener Muslime in St. Gereon

30.11.05__Besuch der Moschee in Hilden

Juni 2005 Gründung des KKV-Gesprächskreises "Christen treffen Muslime"
Aufgrund der vorgenannten Veranstaltung schlossen sich rund 10 KKVerinnen und KKVer
in einem Gesprächskreis zusammen, um den Dialog mit den Muslimen fortzusetzen.

21.03.05__ "Islam und Christentum - ist ein Dialog möglich?





























Jenseitsvorstellungen im Islam und Christentum

"Der Glaube an das Jenseits ist einer der sechs Glaubensgrundlagen. Sie macht dem Menschen bewusst, dass er für seine Taten in dieser Welt Verantwortung trägt, Der Mensch wird entsprechend  seinen Handlungen, göttlichen Lohn oder Strafe erhalten. Der Glaube an das Jenseits ist von größter Bedeutung und wird deshalb im heiligen Koran an gleiche Stelle mit dem Glauben an Allah erwähnt." Mit diesen Worten skizzierte Bekir Ezer, Dialogbeauftragter von Ditib im Bezirk Düsseldorf, anlässlich einer Diskussionsrunde des KKV-Gesprächskreises "Christen treffen Muslime", an dem u.a. auch Pfr. Burkhard Hoffmann und der Imam der türkischen Islamgemeinde in Monheim Seyhit Güney teilnahmen, die Jenseitsvorstellungen des Islam. Im Gegenzug erläuterte Peter Buter, KKV-Mitglied und ehemaliger Religionslehrer, anhand der Endzeitrede Jesu Christi im Matthäus-Evangelium (Mt 25, 31-46) die Sicht der Christen. Maßstab dieses letzten Gerichtes seien vor allem die Taten, die Menschen aus Liebe zu ihrem Nächsten ausgeübt hätten – die sogenannten Werke der Barmherzigkeit.

Bekir Ezer erläuterte sodann, dass der Tod aus Sicht des Korans nicht als Strafe verstanden werde,  sondern das natürliche Ende des Lebens sei, das von Gott, der die Zeitspanne des menschlichen Lebens bestimme, gegeben würde. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass nach dem Glauben der Muslime bereits im Grab eine erste Befragung durch die Engel Münker und Nekir erfolge. Dem Toten würden u.a. folgende Fragen gestellt: Wer ist dein Gott? Welches ist deine Gebetsrichtung? Wer ist dein Prophet? Welches ist deine  Religion? Am Ende dieser Fragen werde, wenn sie richtig beantwortet würden, die Verheißung  gegeben, dass das Grab wie ein Garten im Paradies sein werde oder es beginne – bei falschen Antworten – schon im Grab eine Art Höllenqual, eine Peinigung. Allerdings könne Allah in seiner Barmherzigkeit auch demjenigen, der die Fragen falsch beantworte, trotzdem den Eintritt ins Paradies gewähren. Darüber hinaus erläuterte der Ditib-Beauftragte die Vorstellungen des Islam zum Jüngsten Tag, über die Zeit der Auferstehung und den Sinn und Zweck des Jenseits.

Von Seiten der KKV-Mitglieder wurde darauf hingewiesen, dass aus christlicher Sicht einerseits zwar die Taten des Menschen ("Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan" Mt 25, 40) entscheidend seien, ob sie in das Reich Gottes gelangten. Andererseits sei aber das Wissen um die Güte Gottes, die sich in der Menschwerdung, dem Kreuzestod und der Auferstehung seines Sohnes Jesu Christi geoffenbart habe, erst die Voraussetzung für die Erkenntnis, dass er das Erbarmen Gottes brauche, um selbst ein Erbarmender zu werden.

Damit kamen auch die Unterschiede im Glauben zur Sprache. So verehrten zwar die Muslime mit Allah den Einen einzigen Gott, lehnten aber den dreifaltigen Gott der Christen: Vater, Sohn und Heiliger Geist, ab. Demzufolge lehne auch der Koran den Glauben an Jesus Christus als den Sohn Gottes ab. Nach dem Gottesbild der Muslime sei es unvorstellbar, dass Gott Mensch geworden sei, um die Menschen zu erlösen. "Für uns Christen ist wiederum der Glaube an Jesus Christus und die damit verbundene Gottesliebe das A und O", betonte daher Bernd-M. Wehner, Vorsitzender der KKV-Ortsgemeinschaft Monheim. In dem Gott seinen Sohn für die Sünden der Menschen hingegeben habe, zeige er seine allumfassende Liebe wie es letztlich auch im 1. Johannesbrief nachzulesen sei: "Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat" (1 Joh 4,10).

Beim anschließenden Besuch der St.-Gereons-Kirche ging Pfr. Hoffmann besonders auf die Motive der Kirchenfenster ein, bei denen u.a. das Jüngste Gericht und im Seitenteil die Werke der Barmherzigkeit dargestellt sind. Die Teilnehmer waren sich einig, dass der Dialog zwischen Christen und Muslime notwendig sei und fortgesetzt werden solle, da nur so Vorurteile und Unkenntnis über den Glauben des Anderen abgebaut werden könnten.


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KKVer diskutierten mit Muslimen: Nächstenliebe im Christentum und Islam

"Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken.. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst (Mt 22,37-39). Mit diesem Schriftzitat brachte Pfarrer Burkhard Hoffmann bei einer Gesprächsrunde mit Muslimen zum Thema "Nächstenliebe im Christentum und Islam", das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe im Christentum auf den Punkt. Zu der Diskussionsrunde hatte der KKV-Gesprächskreis "Christen treffen Muslime" eingeladen.

Bekir Ezer, Ditib-Dialogbeauftragter im Bezirk Düsseldorf, betonte in seiner Einführung, dass auch im Islam die Nächstenliebe einer der wichtigsten Aspekte sei. So beschreibe Allah in Sure 3/119 die Muslime so: "Ihr seid die Art von Mensch, obwohl sie euch nicht lieben, liebt ihr sie." Er betone damit, dass Muslime nicht hartherzig  seien, sondern für andere immer Liebe und Respekt übrig hätten. Dies sehe man auch am Beispiel der Sozialabgabe (Zekat), die eine der fünf Säulen des Islam seien. Durch diese Abgabe könne Mitmenschlichkeit als gottgefälliges Werk angerechnet und mit Gottes Barmherzigkeit erwidert werden.

Pfarrer Hoffmann brachte sodann das Beispiel vom barmherzigen Samariter und verdeutlichte damit, dass die Hilfe für den Nächsten sich nicht nur auf die eigenen Glaubensschwestern und –brüder beziehe, sondern auf alle Menschen, die der Hilfe bedürften. Darüber hinaus habe Jesus das bereits im Alten Testament geltende Gebot der Gottes- und Nächstenliebe erweitert, in dem er seine Anhänger aufgefordert habe, auch ihre Feinde zu lieben. ("Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen" Mt 5,44). Im Übrigen dürfe man nicht vergessen, dass  eine wichtige Voraussetzung für die Nächstenliebe die Eigenliebe sei. Nur wer sich selbst liebe bzw. akzeptiere könne auch den anderen lieben. Andererseits liebe Gott den Menschen immer zuerst und der Mensch antworte darauf mit seiner Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen. Mit welchem Anspruch das für jeden Christen verbunden sei, mache das nachfolgende Schriftwort deutlich: "Ein neues  Gebot gebe ich euch.: "Liebt einander! Wie ich Euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid (Joh 13,34/35)."

Bekir Ezer unterstrich in seinen Ausführungen, dass auch der Islam gebiete, seinen Mitmenschen mit Liebe, Respekt und Toleranz gegenüber zu treten. So heiße es in einer Überlieferung des Propheten Muhammed: "So lange ihr nicht glaubt, könnt ihr nicht ins Paradies eintreten. Und ihr glaubt so lange nicht, bis ihr euch liebt." Somit lade der Prophet die Menschen zur Liebe ein. In einem Hadith (Aussprüche des Propheten Muhammed) werde überliefert, dass "unser ehrwürdiger Prophet Muhammed sagte, dass der Engel Gabriel ihm immer wieder mitteilte, wie wichtig es ist, Gutes für die Nachbarn zu tun. Gabriel hätte dies so oft gesagt, dass der Prophet fast dachte, dass man sogar seinem Nachbar als Erben eintragen müsse. " Daher habe der Prophet den Muslimen geraten, auf die Rechte der Nachbarn zu achten und gute Beziehungen zu pflegen. Von daher beschränke sich die Nächstenliebe auch nicht nur auf Muslime. "Ganz im Gegenteil. Die Rechte aller Menschen, ganz gleich welcher Weltanschauung und Religionen, bilden das Zentrum des islamischen Rechts. Der Muslim ist verpflichtet, die Rechte eines jeden Menschen zu akzeptieren und aktiv Nächstenliebe zu betreiben", so der Ditib-Beauftragte.

In der anschließenden Diskussion wurde noch lebhaft über diese Thematik diskutiert. Einigkeit bestand darin, dass die Unterschiede in den Religionen gegeben seien. Sie sollten aber nicht in den Vordergrund gestellt werden. Vielmehr sollten die Gemeinsamkeiten in einem aufrichtigen Dialog hergestellt werden. "Frei nach dem Motto: Dialog verbindet Menschen! In unserem Fall sogar: Nächstenliebe verbindet Menschen!" so Bekir Ezer.


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